FCZ Fanclub 1896

Jahresberichte

Jahresbericht des Präsidenten 2018 / 2019

Fanclub-Rückblick

Das elfte Vereinsjahr war wiederum geprägt von diversen facettenreichen Events. Wir starteten traditionsgemäss beim Bierfritz. Nach der eher tristen Angelegenheit vom Vorjahr (Todesfall) war die Ausgabe 2018 eine, die sicherlich allen Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben wird:
FCZ-Cheftrainer Ludovic Magnin wartete mit einem (für die Mitglieder überraschenden) Besuch auf. Ludo hatte keinerlei Berührungsängste – wir durften ihn mit Fragen löchern und er erfüllte sämtliche Autogramm- und Fotowünsche mit viel Geduld und Wertschätzung für unsere Fanherzen.
Impressionen vom durchwegs positiven Anlass sind immer noch auf unserer Homepage aufgeschaltet – schöne Erinnerungen, für alle, die dem Event beiwohnten.

Das November-Kegeln fand wieder in Zürich statt. Nach einer genüsslichen Stärkung beim Italiener ging es in eine der letzten Kegelanlagen der Schweiz – beim Schreiben dieser Zeilen ist leider auch dieses Kegel-Center nur noch Geschichte. Heutzutage rentiert dies im teuren Zürich nicht mehr, zumal sich die Interessen der Gesellschaft in den letzten Jahren stark gewandelt haben bzw. das Unterhaltungsangebot unglaublich breit gesät ist. Gestandene Kegler sind in der Regel auch eher ältere Semester...
Charbi gewann hauchdünn vor Marcel Abegg und Adi Mahler. Der Sieger durfte den (insgesamt zweiten) Wanderpokal nach seinem fünften Erfolg behalten – der neue Wanderpokal steht schon bereit – ein Bijou. Also schaut, dass ihr beim November-Kegeln (dieses Mal wieder im Oberland) mit dabei seid.
Leider mussten wir das geplante Jassen in letzter Minute absagen.
Von zunächst sieben angemeldeten Personen (wir hofften lange, dass sich noch eine achte finden würde) sagten der Reihe nach – vorbildlich nach Whats-Up-Manier – vier Mitspieler ab! Tragisch, aber wahr. Zu dritt lässt sich nun mal kein klassischer Schieber spielen. Es bleibt zu hoffen, dass sich im 2019 zumindest vier Spieler finden werden.

Kurz vor Beginn der Rückrunde hielten wir im Schlachthof unser Neujahrsessen ab. Der Anlass erfreute sich reger Teilnahme und unser Fanclub-Mitglied „Hänse“ bediente uns wie immer in speditiver und freundlicher Weise. Mittlerweile kennt Hänse auch schon (fast) alle unsere kulinarischen Vorlieben, so dass die entsprechenden Getränke meist ohne Bestellung bei unserem Eintreffen gleich von ihm serviert werden – vielen Dank Hänse!

Nachdem wir im letzten Vereinsjahr den Pfingstgrill ausgelassen haben, werden wir diesen gesellschaftlichen Anlass eine Woche nach der JHV an Pfingsten wieder durchführen. Wir hoffen auf eine rege Beteiligung und auf tolles Wetter.

Martin Egger verlässt uns nach seiner langen Tätigkeit im Vorstand aus primär gesundheitlichen Gründen. Martin wurde 2013 in den Vorstand gewählt und war damit sechs Jahre Vorstandsmitglied, eine beachtliche Amtsdauer für „Freiwilligenarbeit“ in einem Verein. 
Wir danken Martin für sein Engagement und bedauern seinen Abgang. Schön, dass uns Martin weiterhin als Fanclub-Mitglied treu bleiben wird und wir hoffen, dass es sein gesundheitlicher Zustand bald wieder zulässt, sich an den FCZ-Spielen sporadisch zu zeigen.


Der Vorstand hat sich fürs kommende Amtsjahr länger überlegt, ob und wie man den bereits angekündigten Abgang von Martin Egger angehen will. Die anstehenden Jobs im Vorstand sind gut verteilt und wären auch in reduzierter Form (vier anstelle von fünf) durchaus zu bewältigen gewesen. Nach vielen konstruktiven Gesprächen mit diversen valablen Kandidaten haben wir uns entschieden, die freiwerdende Position neu durch Christoph Aegerter – besser bekannt unter „Löi“ oder „Flipper“ (siehe swim4life.ch) – zu besetzen. Der Vorstand freut sich, mit Löi einen Vollblut-Vereinsmenschen zu gewinnen – herzlich Willkommen.

Ansonsten setzen wir auf Kontinuität: Die Saisonkarten-Vergabe verläuft nach dem gleichen Prinzip wie in den letzten Jahren und wird rege benutzt. Unsere Homepage hebt sich weiterhin von anderen ab – der frische Look ist längst nicht verblasst. Man findet sich rasch auf der Page zurecht und die aktuellsten Events sind jeweils auf der Home-Ansicht.
Für die stetige Aktualisierung und Wartung danken wir Flo recht herzlich.

Für eine kleine Schar gab es noch ein weiteres Highlight. So durften fünf Fanclub-Mitlieder in den Genuss von einem VIP-Heimspiel kommen, da sie sich zuvor für die Stadionabstimmung „Ja zum Fussballstadion!“ stark gemacht hatten und sich an der Flyer-Aktion vom FCZ beteiligten.
Die Abstimmung wurde bekanntlich an der Urne gewonnen, doch wann der Spatenstich schliesslich erfolgen wird, ist eine andere Geschichte...


Rückblick zum FCZ – Sportlicher Teil


Die sportliche Saison des FCZ war lange geprägt von drei Wettbewerben. In der Meisterschaft setzte sich YB rasch ab, so dass man sich mit den Rängen dahinter (formuliertes Ziel: Europa-League) befassen wollte. Leider zeigte der FCZ in der Meisterschaft oft nicht sein Sonntagsgesicht: Viele Spiele waren magere Fussball-Kost, spielerisch wie auch vom Ergebnis her. In der Defensive leider immer noch anfällig, im Mittelfeld zu wenig kreativ und im Sturm ein laues Lüftchen. Nur GCN erzielte noch weniger Tore als der FCZ und auch die vielen Remis brachten uns immer mehr ins tabellarische Mittelfeld.

Im Schweizer Cup (als Titelverteidiger) überzeugte die Mannschaft bis zum Viertelfinal. Dort traft man auf den unterklassigen FC Kriens und hatte viel Glück (Kriens war klar besser!), dass man überhaupt weiterkam.
Ein Konter zum 2:1 für den FCZ stellte die schmeichelhafte Halbfinalqualifikation sicher – was soll‘s, im Cup zählt schliesslich nur das Weiterkommen. Im Halbfinal wartete der wieder erstarkte FC Basel.
Basel holte sich in der Meisterschaft locker den zweiten Platz, deutlich hinter dem alten und neuen Meister aus Bern, aber klar vor dem Dritten. 
Für Zürich also sicher noch bedeutsamer, in den Cupfinal vorzustossen, um sich die Chance auf Europa aufrecht zu erhalten.
Zumindest kam der FCZ in den Genuss eines Heimspiels im alten Klassiker gegen den FCB. Leider agierte der FCZ vor allem in der Offensive zu umständlich, ja schon fast stümperhaft und verpasste durch diese 1:3 Niederlage den erneuten Cupfinal-Einzug. Basel sicherte sich im Cupfinal gegen Thun den Titel „Cupsieger 2019“.


Aufgrund des Cupsieges 2018 gegen YB, war der FCZ direkt für die Gruppenphase der Europa-League qualifiziert. Gespannt und erwartungsfroh sah man der Auslosung entgegen. Leider wurden wir mit eher unbekannten, aber dennoch hartnäckigen Gegnern konfrontiert:
Ludogorets aus Bulgarien, Larnaca aus Zypern und Bayer Leverkusen.
Die Klubführung des FC Zürich gab als Ziel heraus, man wolle im Europacup überwintern. Tatsächlich gelang dies dem FCZ auch und man beendete die Gruppenphase auf dem zweiten Rang, doch wäre auch der Gruppensieg durchaus in Reichweite gewesen. Höhepunkt war sicherlich der Heimsieg gegen den Bundesligisten aus Leverkusen. Der FCZ drehte einen 1:2 Rückstand noch in einen 3:2 Erfolg.

In der Runde der besten 32 Teams traf man auf den SSC Neapel. Die Italiener (hinter Juventus klar die Nummer Zwei) zeigten dem FCZ seine Grenzen auf. Zürich verlor das Hinspiel mit 1:3, nach denkbar schlechtem Start (Brecher-Bock). Somit waren die Aussenseiter-Chancen noch geringer fürs Rückspiel. Dort zeigte man zwar eine ansprechende Leistung, verlor aber dennoch mit 0:2 und schied aus dem Wettbewerb aus.

Wir gratulieren YB zum erneuten souveränen Gewinn der Meisterschaft. Leider kam recht schnell Langeweile auf, was den ersten Platz anbelangte.
Doch auch in anderen Ländern kam diese Saison gähnende Leere auf (Italien, Spanien und Frankreich). Wenigsten waren die Bundesliga wie auch die englische Premier League spannender. In beiden Ligen duellierten sich zwei Teams bis in die letzte Meisterschaftsrunde – wäre schön, wenn dies auch wieder mal in der Schweiz der Fall wäre.


Schadenfreude ist die schönste Freude! Dürfen wir FCZ-Fans uns über das miserable Abschneiden des Stadtrivalen freuen? Ja, dürfen wir!
Der FCZ musste bei seinem damaligen Abstieg (auch schon in den 80er Jahren, aber nicht alle von uns haben dies miterlebt) ebenfalls Spott und Häme von GCN-Anhängern (und anderen) ertragen.
Anstelle der ungeliebten Equipe aus Niederhasli wird nächste Saison der Traditionsverein Servette wieder erstklassig sein – willkommen zurück!

Xamax, als langer Mitkonkurrent für den Abstieg gehandelt, fing plötzlich an zu punkten. Die Neuenburger siegten in Luzern sowie zuhause gegen YB und holten sich so überraschend sechs Punkte. Da GCN zweimal nur Remis spielte, setzten sich die Neuenburger bis auf neun Punkte vom Abstiegsplatz ab – kamen aber plötzlich dem FCZ gefährlich nah!  Da Xamax noch GCN wie auch den FCZ zuhause empfing, könnten im Zürcher-Worst-Case: GCN direkt absteigen, der FCZ in der Barrage auch – was für ein Zürcher Horror-Szenario! Braucht’s da noch ein Zürcher Fussballstadion?

Nach dem enttäuschenden Cup-Out gegen Basel folgte das wichtige Heimspiel gegen den FC Sion. Der FCZ benötigte also dringend die drei Punkte, um nicht noch mehr mit der Barrage konfrontiert zu werden.
Wie bereits erwähnt, musste im Sturm definitiv etwas gehen. Hatte der FCZ doch (inkl. Cupmatch gegen Basel) in den letzten sechs Spielen nur deren mickrige zwei Törchen erzielt (und deren elf erhalten)!
Sion wurde mit 1:0 bezwungen, doch in Basel setzte es bereits die nächste deutliche Niederlage mit 0:3 ab.

So kam es vier Runden vor Schluss zum Showdown in Neuenburg:
Dort lag der FCZ kurz nach der Pause mit 0:1 zurück – alles schien gegen den Stadtclub zu laufen – doch wenn es am nötigsten ist, schlägt der Captain zu! Kevin Rüegg erzielte zwei fast identische Tore zum vielumjubelten 2:1 Auswärtssieg! Damit distanzierte man Xamax, hielt aber die Truppe aus Niederhasli noch (theoretisch) im Rennen. Diese benötigen dann in Luzern jedoch die drei Punkte, lagen aber zur Pause bereits 0:2 hinten und kassierten nach dem Seitenwechsel zwei weitere Tore. Aufgrund dieser Leistung und dem damit besiegelten Abstieg, drehten manche Idioten durch und provozierten einen Spielabbruch (schon wieder!).
Leider ist dies im CH-Fussball bereits zur Unsitte geworden. So stürmten FCZ-Hooligans nach dem damaligen Abstieg die Katakomben des Letzigrund und ein Jahr danach die Lausanner bei ihrem Abstieg.
Ich benenne diese Kriminellen absichtlich nicht mit Fans. Egal welchem Club jemand angehört, solche Handlungen sind nicht nur gefährlich, sondern klare Straftaten, die nun endlich als solche geahndet werden müssen.


Die Stimmung war beim FCZ nach dem Auswärtssieg in Neuenburg erheblich besser (gut gelaunt in Interviews). So trat der FCZ im folgenden  Heimspiel gegen Thun denn auch viel gelöster auf und siegte mit 3:0. Europa war nun plötzlich wieder zum Greifen nah – war, denn im direkten Duell um die begehrten Europacup-Plätze setzte es in Luzern eine bittere 0:3 Niederlage ab.
Im letzten Spiel der Saison empfing man den FC St.Gallen und spielte 1:1. Damit beendete man die Saison auf Rang 7 (44 Pkt.) hinter einem Quartett mit jeweils 46 Punkten – äusserst knappe Angelegenheit. Highlight der Partie (inkl. toller Südkurven-Choreo) war jedoch die Verabschiedung von FCZ-Urgestein Alain Nef.
Vielen Dank Alain für deine langjährige Clubtreue!

Ludovic Magnin stand und steht sicherlich auch in der Kritik. Er bringt zwar immer noch die notwenige Leidenschaft mit, aber taktisch waren seine Entscheidungen oftmals fragwürdig. Zu seiner Entschuldigung muss man aber festhalten, dass die Kaderzusammensetzung nicht einzig und allein seine Entscheidung war, sondern (zu) viele „Sportexperten“ im Spiel waren. Gewisse Transfers waren schwer nachzuvollziehen und gerade im offensiven Bereich hätte ich mir Alternativen gewünscht, die durchaus auf dem Schweizer Mark erhältlich gewesen wären...

 Will der FC Zürich im nächsten Jahr wieder um die ersten Ränge spielen, dann müssen zweifellos gezielte Verstärkungen auf (fast) allen Positionen erfolgen. Es ist anzunehmen, dass der FC Basel nicht ohne weiteres die Vorherrschaft im CH-Fussball preisgegeben hat bzw. alles daran setzen wird, um den Bernern wieder Paroli bieten zu können. Ob der FCZ mit diesen beiden finanzkräftigen Grössen mithalten kann, bleibt abzuwarten – bei allem Optimismus wohl eher nicht.
Den Trainerposten würde ich vorerst beibehalten, also weiterhin an Ludo festhalten. Ich denke, dass ein erneuter Trainerwechsel eher Unruhe bringen würde und der Trainer wieder bei Null beginnen müsste.
Ein herber Verlust ist sicher der Rücktritt von Assistenztrainer René van Eck. Er brachte viel positive Energie auf die Bank, die dem FCZ fehlen wird. Die FCZ-Führung muss nach dieser Saison sicher über die Bücher...

Mai 2019

Der Präsident
Roger Charbon

 

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Jahresbericht des Präsidenten 2017 / 2018

Cupsieger 2018! Herzliche Gratulation zum 10. Cuperfolg!

 

Fanclub-Rückblick

Nach unserem Highlight – dem 10jährigen Jubiläum – sind wir fanclubmässig gut ins neue Vereinsjahr gestartet. Der erste Event nach dem grossen Anlass war beim Bierfritz. Leider wurde der gesellige traditionelle Ausflug zum Fritz nach Dändlikon von seiner privaten Situation mit seiner Mutter überschattet. Einige Wochen nach unserem Besuch beim Bierfritz verstarb seine Mutter, welche viele von uns auch persönlich gekannt hatten. An dieser Stelle möchte ich nochmals ganz herzlich unsere Anteilnahme ausdrücken.

Im November kegelten viele von uns im Zürcher Oberland wieder um die Wette. Trotz einiger gewichtiger Absenzen verlief das Kegeln spannend bis zum Schluss. Mit unserem nächsten Kegel-Event werden wir das Dutzend vollmachen! Ja, das Kegeln ist (wie der Bierfritz) fix im Fanclub-Jahresplan verankert. Auch an der Tradition des alternierenden Standortwechsels (ZH Stadt vs. ZH Land) werden wir festhalten.

 Den Pfingstgrill-Anlass haben wir dieses Jahr nicht geplant. An der letzten Vorstandssitzung haben wir beschlossen, dass es im kommenden Jahr wieder eine Fortsetzung des über lange Zeit sehr beliebten Familien-Grillierens geben wird. Informationen werden folgen...

Das Dezember-Jassen erfolgte wiederum in kleinem Rahmen, was der Stimmung der vier Jasser jedoch keinen Abbruch tat. Auch dieses Jahr mischen wir die Karten neu – evtl. ja mit einer höheren Beteiligung?


Aufgrund des 10jährigen Fanclubjubiläums haben wir mehrfach kommuniziert, dass es anstelle einer Auslandreise eine CH-Reise geben wird. Für mich ist nur schwer nachvollziehbar, dass sich von den insgesamt 50 Mitgliedern nur gerade mal deren 4(!) dafür angemeldet haben. Umgekehrt reisen einige unserer Mitglieder an diverse Fussballspiele ins Ausland... tja. Immerhin sollte dadurch das Wissen über lohnenswerte Spielorte vorhanden sein, so dass einer zukünftiger Ausland-Fanreise nichts im Wege stehen sollte – also bitte nur noch organisieren.

 Das neue Erscheinungsbild unserer Homepage erfreut nicht nur unsere Mitglieder, sondern auch Vereins- und Medienschaffende. Gemäss Rückmeldungen dieser Personen, stossen sie oft zuerst auf uns, da sie die Homepage überzeugt hat – merci einmal mehr Flo für deine grosse Arbeit!

Die Vergabe der Saisonkarten hat sich auch in der aktuellen Saison nach bestehendem System bewährt. Solange wir die Karten vom FC Zürich erhalten, werden wir das Prozedere wohl kaum merklich ändern. Hier sei nochmals erwähnt, dass wir mit den Einnahmen die FCZ-Junioren unterstützen.

Was mir je länger je mehr die Freude am CH-Fussball nimmt, sind die immer öfter auftretenden Gewaltakte und Scharmützel diverser Gruppierungen. Vor grossen Spielen (GCN, Basel, YB) meiden viele von uns das Stammlokal Schlachthof und kommen individuell (wenn überhaupt) an diese Spiele. Welche Rolle dabei die Vereine, die Polizei oder die Sicherheitsleute im Stadion innehaben, ist den eben Genannten wohl auch nicht immer ganz klar. Solange man Krawallbrüder schützt und Bilder (Datenschutz!) verpixelt, sehe ich kein Licht am Horizont.

Nachdem wir den gelungenen Wechsel im Vorstand (Finanzen) von Michèle zu Gabriela vollzogen haben, bahnt sich eine weitere Veränderung im Vereinsvorstand an: Vizepräsident Alex Hermann wird nach 11jähriger Amtsdauer aus dem Vorstand zurücktreten. In dieser Zeit habe ich die Zusammenarbeit mit Alex sehr geschätzt. Seine Sichtweise war oftmals wohl überlegt und nicht primär aus der Fan-Perspektive, was nicht selten längere aber äusserst zielführende Schlussfolgerungen zur Folge hatte.
Als Mitgründer des FCZ-Fanclubs 1896 und Hauptverfasser der ersten Vereinsstatuten lassen wir Alex Hermann nur ungern ziehen. Seinem Entscheid liegen berufliche und private Gründe vor, was wir durchaus verstehen können.
Vielen Dank Alex für deine langjährige Mitarbeit bei uns im Fanclub!

Gleichzeitig freuen wir uns, mit Alexandra Kuhn eine äusserst kompetente und innovative Neubesetzung für den Vorstand an der JHV vorzuschlagen. Ob und wie die Vorstandsbesetzung in den nächsten Jahren aussehen wird, ist noch unklar. Flo und ich sind ebenfalls seit der Gründung mit dabei, Martin Egger ebenfalls schon einige Jahre.
Aus gesundheitlichen Gründen wird es das letzte Amtsjahr von Martin sein. Weitere Wechsel werden in naher Zukunft zwangsläufig erfolgen, jedoch immer bedacht auf das Fanclub-Wohl und einen gesunden Weiterbestand des Vereins.

 


Rückblick zum FCZ – Sportlicher Teil


Wie bereits vor einem Jahr prognostiziert, konnte der FCZ lange Zeit vorne mitspielen, ja lag sogar nach den ersten Runden auf Rang Eins. Man spürte, dass die Mannschaft als Aufsteiger so richtiggehend befreit aufspielen konnte. Die Auftritte zu Saisonbeginn waren erfrischend und bereiteten viel Freude. Dann folgten einige „dumme“ Punktverluste und man avancierte zum Remiskönig der Liga – seit der Dreipunkteregelung leider zu wenig, um sich ganz vorne zu etablieren.
Der Nicht-Wechsel-Rummel rund um Dwamena brachte einige Unruhe in den Verein und setzte dem Stürmer arg zu. Er fand lange Zeit nicht mehr zu seiner alten Form und war ein Schatten seiner selbst. Da Michi Frey (der zwar immer rackert) ebenfalls eine Torflaute zu beklagen hatte, stagnierte der FCZ (spielerisch wie resultatmässig). Bedauerlich, dass man nicht in der Lage war, die beiden letzten Spiele vor der Winterpause erfolgreich zu gestalten. Es resultierten zwei Niederlagen, zuhause gegen Luzern (1:2) und beim damals letzten Lausanne (1:5!). Mit den durchaus möglich gewesenen sechs Punkten, wäre man am Duo Basel / YB drangeblieben. Die Titelchancen – als erster Verfolger – wären intakt gewesen. Leider alles nur hypothetisch – hätte, wenn und aber...

Warum der FCZ in der Winterpause als einziges Team keinen Transfer tätigte, liess Fragen offen? Die Mannschaft spielte ähnlich unspektakulär wie vor der Winterpause und vermochte kaum zu überzeugen. Von hinten in der Tabelle lauerte keine Gefahr, da man sich in der Vorrunde ein genügend grosses Punktepolster angelegt hatte, nach vorne lag nichts mehr drin, da – primär YB – Sieg an Sieg reihte.

In der Meisterschaft nur Mittelmass, im Cupwettbewerb dafür äusserst erfolgreich. So vermochte man Ende November im Viertelfinal zuhause gegen Thun einen O:2 Pausenrückstand und ein 1:3 zehn Minuten vor Schluss tatsächlich noch in einen 4:3 Sieg zu verwandeln.

Da auch der Vereinsführung aufgefallen war, dass die Auftritte des FCZ eher dürftig waren, entschloss man sich kurz nach der Winterpause, Uli Forte zu entlassen und durch Urgestein Ludovic Magnin zu ersetzen. Nachvollziehbar, aber ein denkbar komischer Zeitpunkt. Ob Magnin das nötige Fachwissen (taktisch) mitbringt, wird sich weisen. Unbestritten ist, dass er mit vollem Engagement bei der Sache ist, wie schon zu seiner aktiven Zeit auf dem Platz. Dass der Verein (im Ausbildungsland Schweiz) vermehrt auf junge Talente setzen will, ist sicherlich ein positives Signal. Mit der Wachablösung im Tor (der junge Brecher für den älteren Vanins) hat der Trainer einen ersten Schritt zur Verjüngung gewagt. Zudem erhielten einige U21-Spieler Profiverträge für die kommende Saison.


Im Halbfinal-Derby – dem wichtigsten Spiel der Saison – siegte der FCZ durch ein Tor in der 92.Minute (wars nicht die 93.? ;-)) durch Cédric Brunner mit 2:1 und stand im Cupfinal.

Dort sollte man am Sonntag 27. Mai auf den grossen Dominator der Saison treffen – die Berner Young Boys. Wir hofften, dass YB nach der Meisterfeier (herzliche Gratulation!) noch etwas im Partyrausch sein würde...
Guten Mutes reisten wir im coolen Party-Bus nach Bern zum Cupfinal.
Warum so zuversichtlich? Der FCZ hat in zehn Finalteilnahmen den Cup neunmal gewonnen! Also 90% Ausbeute – rechne!
Die bisher einzige Finalniederlage resultierte übrigens gegen Lausanne Sports im Jahre 1981 mit einem 3:4 nach Verlängerung. Das angestrebte Double wurde damals also leider verpasst.

Fragwürdig, nein ehrlich gesagt skandalös, dass man erst nach dem Halbfinal YB-Basel den Spielort des Cupfinals bekannt gab – Bern! Hätte der SFV zu Saisonbeginn Bern dafür nominiert, dann wäre das für mich völlig in Ordnung gewesen.

Die Meinungen über den Austragungsort Bern divergieren. Ich bin der Meinung, das Endspiel gehört in die Hauptstadt, jedoch sollte ein Finalspiel nicht auf Kunstrasen ausgetragen werden. In diesem Fall wäre es wohl am sinnvollsten, man (der SFV) legt jeweils für fünf Jahre vorgängig fest, wo der Cupfinal stattfindet.

Das Endspiel: Der FCZ trat sehr dynamisch und selbstsicher auf. Bereits nach elf Minuten erzielte der Ex-YB-Stürmer Michael Frey das 1:0 für den Stadtclub. In der Folge war der FCZ spielbestimmend, YB verdaute den Schock des Rückstandes. Nach ca. 30 Minuten fanden die Berner jedoch immer besser ins Spiel. Eine Top-Chance kurz vor der Pause, machte Thelander spektakulär zunichte. Als Sarr in der 67. Minute mit gelb-rot vom Platz flog, begann die Hoffnung ein wenig zu schwinden. Doch auch in Unterzahl konnte sich der FCZ einige gute Chancen erarbeiten. Marchesano schloss einen Konter in der 75. Minute sehenswert zum 2:0 ab. Wars das? Denkste! YB verkürzte nur fünf Minuten später und leitete damit eine spannende Schlussphase ein. Der FCZ wankte (ein wenig) doch fiel nicht und brachte den Vorsprung über die Zeit – Cupsieger 2018!
Erfreulich waren der frische Auftritt und die geschlossene Mannschaftsleistung. Magnin hatte das Team hervorragend eingestellt.

Wir werden sehen, wie sich die Verjüngungskur beim FCZ entwickeln wird.
Sollten Luzern und St.Gallen ähnlich gut wie diese Saison unterwegs sein, dann dürfte es schwierig werden, sich einen vorderen Platz zu erspielen.  Äusserst interessant verlief der Abstiegskampf. So lagen nach 29 Runden fünf Mannschaften lediglich einen Punkt auseinander. Und auch der vermeintlich gesicherte FCZ (fünf Punkte vor diesem Quintett) tat gut daran – nach vier sieglosen Spielen – wieder mal einen Dreier einzufahren. Diesen realisierte man dann mit einem diskussionslosen 4:0 über den FC St.Gallen. Ein paar Tage danach folgte dann unser CH-Reisli nach Morschach bzw. Luzern. Die vier FCZ-Fans verbrachten ein tolles Wochenende im Swiss-Holiday Park und pilgerten dann via Rütli am Sonntag ans Spiel FC Luzern – FC Zürich. Leider kassierte der FCZ in der letzten Minute noch das 2:1 und somit auch einen herben Rückschlag im Kampf um die Europacup-Plätze. Nach dem spektakulären 3:3 gegen den FC Sion (leider wieder nur 1 Punkt) wurde es wieder eng, das Minimalziel Platz 5 (Europacup-Teilnahme) sicherzustellen. Auch am Mittwochspiel (Runde 34) in Thun vermochte der FCZ nicht zu überzeugen, gewann aber doch mit 1:0, was äusserst schmeichelhaft war. Weil aber der FC St.Gallen Niederlage an Niederlage reihte, löste der FCZ die Ostschweizer nun vom 4. Platz ab. Es folgten noch zwei Runden. Das letzte Heimspiel fand am 13. Mai gegen den FC Basel statt. Exakt 12 Jahre nach dem legendären Meistertitel in Basel, schlug der FCZ den Rivalen vom Rheinknie mit 4:1! Somit fielen sämtliche Entscheidungen in der vorletzten Runde:
YB souveräner Meister, Basel, Luzern und der FCZ europäisch mit dabei und Lausanne steigt nach zwei Jahren wieder in die Challenge League ab. Die Waadtländer werden durch Neuchâtel Xamax ersetzt. Das letzte Spiel in Lugano (1:1) war also ohne jegliche sportliche Bedeutung, sondern ab jetzt lag der Fokus vollends beim anstehenden Cupfinal!

Ausblickend werden wir sehen, ob sich die an der GV des FCZ kommunizierte vorgenommene Marschrichtung – noch intensiver auf den

Nachwuchs setzen – auch mit den präsidialen Visionen „jedes Jahr international vertreten und immer in den Top Drei klassiert sein“ übereinstimmen wird? Hohe Ziele, die sicherlich nicht nur durch eine radikale Verjüngungskur erreicht werden können, sondern es definitiv noch zusätzlich (evtl. in jeder Reihe?) routinierte Spieler bedarf.
Zumindest haben wir mit Ludovic Mangin und René van Eck zwei Hauptverantwortliche am Spielfeldrand, welche von der U16 bis zur U21 (fast) jeden Spieler persönlich gut kennen. Gewisse Spieler werden sicher regelmässig in der ersten Mannschaft zum Einsatz kommen. Hoffen wir also erneut auf frische Auftritte unseres FCZ – national, wie auch international.



Mai 2018

Der Präsident
Roger Charbon